Huntington kampf der kulturen pdf

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Wie bin ich geworden, huntington kampf der kulturen pdf ich bin? Auslandskorrespondent für “Die Zeit” in Großbritannien.

Themen der Globalisierung, der Medien- und Wirtschaftspolitik. Gleichfalls sind sie offensichtlich dramatische Anzeichen eines neuen, tiefreichenden weltanschaulich-fundamentalistischen Konflikts. Diese Aussage einer unmittelbar Betroffenen, die noch ganz unter dem Eindruck des furchtbaren Schocks stand, deckt sich mit dem kühlen Urteil der politischen Klasse. Eine optimistische Vision der Zukunft muss nun wohl aufgegeben werden: Das “Ende der Geschichte”, das einst der amerikanische Politologe Fukuyama voraussagte, werden wir nicht erleben. Gemeint war mit jenem griffigen Schlagwort der finale Triumph des Westens, dessen ökonomisches und politisches System – Marktwirtschaft und Demokratie – sich im Zuge der Globalisierung unaufhaltsam über die Welt ausbreiten würde. Wohin die Krakenarme der Globalisierung reichten, hat sich nur eines rund um den Globus ausgebreitet: die glitzernd-verführerische Populär- und Konsumkultur des Westens.

Dominanz über die globale Film- und Fernsehindustrie ist unanfechtbar. Was den Medientycoon Rupert Murdoch dazu veranlasste, Globalisierung als “Amerikanisierung” der Welt zu bezeichnen – gut für die Menschheit wie für sein Medienimperium. Die Fernsehbilder des Schreckens, die Zuschauern in Amerika und Europa Tränen in die Augen trieben, lösten anderswo – in Palästina, Irak und Pakistan, in den Bergen von Afghanistan, aber auch in den Slums von Kairo – Jubel und Gefühle des Triumphes aus. Das wird nicht dadurch aufgewogen, dass fast alle Regierungen islamischer Staaten den Terrorakt gegen Amerika aufs schärfste verdammten. Präsident Bush sprach nach den Anschlägen auf Pentagon und World Trade Center vom ersten Krieg des 21. Der Befund ist richtig, aber die Datierung bedarf der Korrektur: Der Krieg begann bereits vor einiger Zeit.

Der Golfkrieg gegen den Irak wäre ein mögliches Datum. Dabei handelt es sich nicht um einen Krieg in vertrauten Kategorien. Alle Akteure – von der westlichen Supermacht über den Irak bis zu Israelis und Palästinensern – lassen sich gleichwohl von klassischen Motiven leiten: Es geht um regionale Vormachtstellung, um Territorium, nicht zuletzt um den Zugriff auf natürliche Ressourcen, allen voran Öl. Doch ein zusätzlicher Faktor verleiht dem Konflikt eine besonders dramatische Dynamik: Nach den Ereignissen lässt sich nicht länger leugnen, dass bzw. Der Gegner aber, der solch verheerende Wirkung mit relativ begrenzten Mitteln zu erzielen vermag, ist nicht nur schwer zu fassen und zu treffen, zumal er als der Schwächere gar nicht daran denkt, sich zum offenen Kampf auf dem Schlachtfeld zu stellen. Auch verzichtet er darauf, sich zu seiner Tat zu bekennen: eine PR-Strategie des Schweigens, die mit dem Anschlag über Lockerbie begann und im propagandistischen Kampf um die Weltmeinung ein bedeutsamer Faktor ist. Die zahllosen Gruppierungen aber, die der islamische Fundamentalismus schuf, führen einen “Heiligen Krieg”.